Elektroautos, steht die Welt auf dem Kopf ?

Alle Städte kämpfen gegen den Lärm, aber Europa zwingt Elektroautos geräuschvoller zu fahren! Ab dem 1. Juli 2019 müssten alle neuen vierrädrigen Elektrofahrzeuge, die in der EU verkauft werden, künstlichen Lärm von sich geben. Diese Richtlinie wird ab Mitte des nächsten Jahres (2021) obligatorisch sein. Sie verlangt, dass Elektroautos nur bei niedrigen Geschwindigkeiten, bei weniger als 19 km/h, Geräusche emittieren.

Diese Anforderung wird nicht nur für Elektroautos gelten, sondern auch für Hybrid- und Wasserstofffahrzeuge, die noch zu geräuscharm sind.

 

AVAS - Acoustic Vehicle Alert Systems.

Behalten Sie dieses Akronym im Hinterkopf, denn Sie werden jetzt viel darüber hören, wenn es um Elektrofahrzeuge geht. Das AVAS sollte 75 Dezibel nicht überschreiten, was dem Lärmpegel eines konventionellen Verbrennungsmotors entspricht. Die Hersteller können die Tonsignaturen ihrer AVAS frei wählen. Dies könnte letztendlich zu einer Kakophonie führen, die nicht unbedingt angenehmer ist als das Getöse von Benzinern. Dies gilt umso mehr, als das AVAS an die Geschwindigkeit des Fahrzeugs oder an eine Aktion, z.B. die Aktivierung eines Blinkers, angepasst werden kann. 


Viele Elektrofahrzeuge verfügen bereits über ein solches System, das deaktiviert oder ausgeschaltet werden kann, doch bis 2021 müssen alle Elektrofahrzeuge damit ausgerüstet sein.

 

Achtung Fussgänger!

Der Hauptgrund hierfür ist die sehr geringe Aufmerksamkeit der Fussgänger, von denen viele ihre Augen auf den Telefonbildschirm gerichtet haben und "bei dem Lärm" die Strasse überqueren wollen! Auch blinde/sehbehinderte Menschen können in Gefahr sein.

 

Was bedeutet das für Porsche?

Viele Hersteller sind mit einem leichten Brummen zufrieden. Bei Porsche ist dies nicht der Fall, denn Sportwagen-Enthusiasten haben unterschiedliche Anforderungen.

Es waren Akustiker, die sich den Taycan genauer angesehen haben, um sicherzustellen, dass wir uns in Gegenwart eines Porsche befanden, und sonst nichts. Mit einem Trick können die Ohren des Fahrers, der als Option verkaufte Sport Sound verfügbar ist, auch mit dem Innenraum-Soundsystem geschmeichelt werden. Wie der Taycan werden die Cayenne-Hybriden und die zukünftigen Macan-Hybriden (deren Kommerzialisierung noch bekannt gegeben werden muss) das gleiche Schicksal erleiden müssen, nämlich ein AVAS zu entwickeln, das hoffentlich den typischen "Porsche" Klang haben dürfte.

 

Wann werden wir einen 911-Hybrid auf unseren Strassen sehen ?

Die Entwicklung schreitet voran, aber wir müssen noch warten. Der 911 ist eine Ikone, aber auch diese zukünftige Modellvariante dürfte die Fans der Stuttgarter Marke erfreuen.
Seit Anfang 2020 arbeitet Porsche aktiv an einem 992 Hybriden. Es ist nicht das erste Mal, dass ein doppelmotoriger 911 produziert wird, aber es ist das erste Mal, dass eine Serienproduktion angekündigt wurde.

Bereits 2010 hatte Porsche einen GT3 R Hybrid für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring entwickelt. Fast 10 Jahre später wird seine kleine Schwester für den normalen Verkehr freigegeben. Die Entwicklung ist jedoch eine komplexe Phase für ein Auto, insbesondere für einen 911, der als eine Säule des Automobilbaus gilt.

Oliver Blume, Porsche-Chef, sagte kürzlich, dass "die Plattform für den 911-Hybrid fertig ist, wir haben Prototypen und es macht viel Spaß, ihn zu fahren".
Auf jeden Fall stehen die Chancen gut, dass sich der 911 dem Markt anpasst und neben einer elektrischen Version auch eine Plug-in-Hybridversion herausgebracht wird.

Die letzte grosse Frage, die bleibt, ist das Gewicht. Kann ein 911 1.800 oder sogar 1.900 Kg übertreffen, trotzdem sportlich sein und Spass am Fahren bieten?
Natürlich sprechen wir von etwa 700 PS, da der 911 Turbo S E-Hybrid den Motor des neuesten Turbo S übernehmen wird, aber das Gewicht ist nie ein Alliierter, und er muss leistungsstärker sein als der Turbo S. Vorerst behält Porsche die Lösungen noch genau im Hinterkopf. Auf jeden Fall sollte dieser 911-Hybrid erst 2022 oder 2023 in Serie gehen, wenn der 992 ein Lifting erhält.

 

Fazit 

Es ist unbestreitbar, dass die Zukunft in der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte liegt, je nach Modell mehr oder weniger stark, entweder mit Hybrid- oder Vollelektrik. 

Es gibt viele Gründe für diesen Wandel. Die wachsende Zahl von Kunden, die vor allem in Europa "sauber" fahren wollen, ein wachsendes ökologisches Bewusstsein, der Druck der Regierungen auf die Hersteller, bei deren Nichteinhaltung hohe Bussgelder verhängt werden, und die pharaonischen Missbräuche, die Kunden beim Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor, eines so genannten "sehr umweltbelastenden" Autos, bezahlen müssen.

Alle Hersteller werden etwas dagegen unternehmen müssen, und Porsche wird, wie viele andere Sportwagenhersteller auch, keine Ausnahme sein, da sich das Unternehmen stets an neue Vorschriften und an die verschiedenen Märkte anpassen konnte, die nicht alle den gleichen Zwängen ausgesetzt sind.

Der positive Aspekt dieser Umstellung ist, dass die Elektrifizierung der Modelle es ermöglicht, Motoren mit stratosphärischer Leistung (Porsche Taycan Turbo S -> 560kW, 761 PS) für Nervenkitzelsuchende zu erzeugen.

Viele Fragen sind noch unbeantwortet. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es (noch) keine Anzeichen dafür, dass Porsche den Verbrennungsmotor des mythischen 911 ganz aufgibt, aber eines ist sicher: den Anschluss darf man auf keinen Fall verpassen.

 

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