Die Porsche Modelle, einzigartige Prototypen (1984-2002)

Hyper car

 

965 (1984), V8 Konzept

Um das Sportangebot zu erweitern, wurde 1984 ein neues Projekt mit dem internen Codenamen 965 entworfen. Ziel war es, einen "Super-Elfer" zu bauen, der noch leistungsfähiger sein sollte als der avantgardistische Supersportwagen 959, der 1983 erschien ist.

 

Dazu wurden Tests mit einem von Audi geliehenen 3.4L V8-Motor mit 350 PS durchgeführt, der im Heck eingebaut wurde. Die Tests erwiesen sich als katastrophal, weil der riesige V8-Motor in dem begrenzten Platz kaum Luft bekam, der für einen traditionellen Sechszylinder-Boxermotor vorgesehen war.

 

Zum Anderen wären die Entwicklungskosten zu hoch gewesen. Hinzu kam, dass sich in der Zwischenzeit die Politik bezüglich der Entwicklung des Sortiments der Marke geändert hatte. Damit war das Spiel vorbei und das einzige Exemplar wurde wieder in den Keller des Museums in Stuttgart eingelagert.

 

Er hätte offiziell 969 benannt werden müssen, wenn er produziert worden wäre.

969

Kombi

 

928 Typ 942 (1984)

Der Porsche 928 entstand durch den Willen der damaligen Manager, insbesondere von Ernst Fuhrmann, sich von der 911er-Monokultur zu lösen.

 

Damals glaubten die Porsche-Manager, dass die Architektur des freitragenden Heckmotors wenig Zukunft hatte. Sie suchten nach einer Alternative und entschieden sich für das Konzept eines GT‘s mit einem wassergekühlten Frontmotor.

 

So begann man bereits 1971 mit dem Projekt 928. Nach sechsjähriger Entwicklungszeit kommt 1977 der 928 auf den Markt, angetrieben von einem grossen 4.5L V8 Motor. Um eine neue Kundengruppe zu gewinnen und die Angebotspalette zu erweitern, beginnt Porsche wieder mit der Konstruktion von 4-sitzigen Modellen. Diesmal in Form eines Kombis. 2 Modelle sind länger als der seit 1977 produzierte 928 GT und werden deshalb genauer analysiert. Der erste im Jahr 1984, der 928-4, ein 2-türiges Modell (Prototyp 942).

 

Letzterer wird Ferry Porsche anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums in einer olivgrünen Lackierung angeboten, eine Farbe, die der "Boss" besonders mag.


928 H50 (1987)

Der zweite Versuch eines Kombis wurde 1987 unternommen. Basierend auf einem vorherigen 924 S4 Prototyp, der in Zusammenarbeit mit AMG entwickelt wurde, entstand der 928 H50 Prototyp, diesmal mit 4 Türen.

 

Die 2 hinteren Türen hatten die Besonderheit, sich antagonistisch zu öffnen, "Selbstmordtüren" genannt. Dieser als unelegant beurteilte Prototyp wurde von der Firmenleitung abgelehnt und auf Eis gelegt.

 

Die Idee erinnert an ein Modell, das genau 30 Jahre später in Form des Porsche Panamera Sport Turismo erscheinen wird!


Limousine

 

989 (1988)

Ende der 80er Jahre befand sich Porsche in einer relativ prekären finanziellen Situation und es war dringend notwendig, das Angebot für eine andere Kundschaft zu erweitern.

 

Diesmal war es das Projekt einer 4-türigen Limousine, die unter dem Namen 989 entwickelt wurde. Geplant ist die Ausstattung mit einem Frontmotor V8 3.6L mit 300 PS, der eine für eine Limousine beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h ermöglicht.

 

Porsche entschied sich letztendlich gegen die Produktion, da neben den anfänglichen Entwicklungskosten von 600 Mio. DM die Produktionskosten bei fast einer Milliarde DM liegen würden. Der geschätzte Verkaufspreis läge daher bei ca. 80.000 DM pro Exemplar, was zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig zu verkaufen wäre.

 

Und noch ein Projekt, das auf Eis gelegt wurde! Eigentlich nicht ganz, denn 21 Jahre später wurde der Panamera aus der Taufe gehoben.


Prototypen für einen bestimmten Kundenkreis.

 

Immer im Bann einer komplizierten wirtschaftlichen Situation, hat Porsche verschiedene Projekte studiert, um spezifischere Bedürfnisse zu erfüllen.

 

984 (1987)

Das Projekt Typ 984 oder "Porsche Junior", begann im Jahr 1984. Die Idee war, einen kleinen, erschwinglichen Roadster zu produzieren, um eine junge und sportliche Zielgruppe anzusprechen und den Einstieg in die grosse Porsche-Familie zu erleichtern.

 

Er war mit einem kleinen 2.0 Liter -Vierzylinder-Boxermotor ausgestattet, der zwischen 120 und 150 PS leistete. Das Design des Automobils war in vielfacher Hinsicht bemerkenswert und mit vielen innovativen technologischen Fortschritten für diese Fahrzeugkategorie ausgestattet. Die Bremsen des 911, die Lenkung des zukünftigen 964 und die Elektronik des 928. Auch eine Version mit Allradantrieb war vorgesehen.

 

Der Schwerpunkt lag auf fahrdynamischen Eigenschaften in Bezug auf Gewicht, Rollwiderstand und niedrigem Kraftstoffverbrauch. Es wurden mehrere Karosserieversionen entwickelt, z.B. Coupé und Cabriolet mit versenkbarem Hardtop hinter den Sitzen.

 

Der Junior-Porsche drehte 1987 seine ersten Runden, wurde aber leider 1988 durch den starken Verfall des Dollars gestoppt, da die Firma geplant hatte, einen Grossteil der Fahrzeuge in den USA zu verkaufen. Es wurden nur 4 Prototypen produziert.

 

Kein Bedauern, denn 5 Jahre später präsentierte Porsche auf der Detroit Motor Show den Boxster, ein noch gelungeneres Modell, das die Firma wieder auf die Spur des kommerziellen Erfolgs brachte.


Panamericana (1989)

Dieses Projekt ist wahrscheinlich eines der exotischsten der Marke.

 

Tatsächlich hat sich Porsche ein Fahrzeug vorgestellt, das wir als Hybrid (in Bezug auf die Karosserie) bezeichnen werden, zwischen einem sportlichen Coupé und einem Buggy, ausgestattet mit dem Motor des 911 Typ 964 mit 250 PS und Allradantrieb.

 

Zeitgleich mit dem Porsche Junior entwickelt, war dieses Modell hauptsächlich für den kalifornischen Markt bestimmt. Die Dollarkrise war noch nicht abgeklungen, so dass auch dieses Projekt aufgegeben wurde, da Porsche andere vorrangige Investitionen tätigen musste, um seine finanzielle Zukunft zu sichern.

 

Es wurden nur 2 Wagen gebaut. Einer davon wurde Ferry Porsche anlässlich seines 80-jährigen Geburtstages geschenkt.

Porsche Panamericana

Cayenne Cabriolet (2002)

Die Präsentation des Porsche Cayenne (Typ 955) am Pariser Autosalon 2002 war definitiv ein Wendepunkt für die Marke, aber auch ein gewisses Erstaunen bei den Kunden.

 

Was für eine Idee für einen Sportwagenhersteller, einen SUV in sein Programm aufzunehmen?

 

Die Zukunft bewies, dass Porsche mit der Produktion dieses Fahrzeugtyps, der bis heute ein echter Verkaufsschlager ist, richtig lag.

 

Noch überraschender ist dieses Porsche Cayenne Cabriolet mit dem typischen Targa-Überrollbügel hinter den Rücksitzen.

 

Der 2002 geborene, dreitürige Viersitzer-Prototyp blieb hinter verschlossenen Toren von Porsche sehr dezent verborgen. Mit klassischeren Proportionen, vier Türen, legte dieser Prototyp den Grundstein für den heutigen Cayenne.


Die Zukunft ist heute!

 

Die Liste aller Porsche-Prototypen seit Bestehen der Marke wird wohl nie veröffentlicht werden.

 

Am bekanntesten sind die Projekte, die wirklich die Serienmodelle einläuteten, zum Teil viele Jahre später.

 

Noch näher dran: Der Mission-E-Prototyp, der künftige Taycan, wird unsere Vorstellung vom Sportwagen einmal mehr revolutionieren. Porsche wird uns immer wieder aufs Neue überraschen, denn die Zukunft ist heute!

 

Star your engine um Ihre Leidenschaft in voll zu erleben!